Soja

Soja ist eine faszinierende Pflanze, die seit Jahrtausenden in Asien als Nahrungsmittel angebaut wird. Sie enthält große Mengen an hochwertigem Protein und auch viele weitere wertvolle Inhaltsstoffe. Doch Soja ist nicht nur gesund, sondern auch vielseitig und kann in vielen verschiedenen Formen verzehrt werden, zum Beispiel als Sojamilch, Tofu, Tempeh oder Sojaflocken. Heute wird Soja auf 6% der globalen landwirtschaftlichen Nutzfläche angebaut und ist die weltweit wichtigste Ölsaat.

Soja

Herkunft und Anbau

Die Sojabohne hat ihren Ursprung in China, wo sie vermutlich schon vor mehr als 4000 Jahren als Nahrungspflanze angebaut wurde. Von dort breitete sie sich nach Japan, Korea und Südostasien aus, wo sie ebenfalls zu einem wichtigen Bestandteil der traditionellen Küche wurde. Die ältesten archäologischen Funde von Sojabohnen stammen aus Nordchina und Japan und datieren auf etwa 9000 bis 7000 Jahren vor unserer Zeit. Somit ist die Sojabohne eine sehr alte Kulturpflanze mit einer langen Geschichte. 

Die Sojabohne ist eine einjährige Pflanze. Sie lebt in Symbiose mit Knöllchenbakterien, die Stickstoff aus der Luft binden. Beim Anbau benötigt die Sojabohne viel Wärme und einen sonnigen, windgeschützten Standort. Der Boden sollte locker, durchlässig und gut wasserspeichernd sein. Die Aussaat von Soja erfolgt ab Mitte April bis Mitte Mai, wenn die Bodentemperaturen über 10°C liegen. 
Heute wird Soja vor allem in warmgemäßigten und subtropischen Klimaregionen angebaut. Die größten Anbauländer sind Brasilien, die USA und Argentinien, die zusammen rund 90% der weltweiten Sojaexporte ausmachen. In diesen Ländern wird jedoch häufig gentechnisch veränderter Soja angebaut oder Regenwald für den Sojaanbau gerodet. Aus diesem Grund spielt Soja auch in Europa eine immer größere Rolle. In der EU wird Soja nur auf etwa 2% der globalen Anbaufläche kultiviert. Die führenden EU-Anbauländer sind Italien, Serbien, Frankreich, Rumänien, Österreich und Ungarn. Der Sojaanbau in Deutschland hat sich seit 2016 mehr als verdoppelt. Die Hauptanbauregionen in Deutschland sind Bayern und Baden-Württemberg, die zusammen 80% der gesamten Sojaflächen ausmachen. Mehr als ein Viertel der Sojafläche wird ökologisch bewirtschaftet. Für die 

ökologische Landwirtschaft spielt die Sojapflanze eine wichtige Rolle, da sie positive Effekte auf die Bodenfruchtbarkeit hat, Stickstoff aus der Luft bindet und an den Boden abgibt. 
Die Spielberger Mühle bezieht ihre Sojabohnen von Demeter-Landwirt:innen in Österreich und Italien.

Verarbeitung

Sojamehl und Sojaflocken werden aus getrockneten Sojabohnen hergestellt. Dazu werden die Sojabohnen nach der Ernte gereinigt, geschält, zerkleinert und geröstet. Denn Sojabohnen enthalten im rohen Zustand Trypsin-Inhibitoren, die die Pflanze vor Schädlingen schützen, die aber auch das menschliche Verdauungssystem stören. Hohe Temperaturen inaktivieren die verdauungshemmenden Inhaltsstoffe. Anschließend werden die Bohnen mit Hilfe von Wasserdampf entbittert und geschmeidig gemacht, damit sie zu Flocken ausgewalzt oder zu Sojamehl vermahlen werden können. Im Gegensatz zu entfettetem Sojamehl, das als Abfallprodukt der Ölherstellung entsteht und in der konventionellen Lebensmittelwirtschaft häufig zur Eiweißanreicherung verwendet wird, enthält das Sojamehl den vollen Fettgehalt.

Verwendung

Soja kann als ganze Bohne wie Gemüse gekocht oder als Knabberzeug geröstet werden. Eine beliebte Variante sind Edamame, das sind unreife Sojabohnen in der Schote, die gedämpft oder gekocht und gesalzen werden. Aber auch in Form von Sojadrinks, Tofu oder Tempeh werden Sojabohnen häufig verzehrt. Zum Würzen von Speisen eignet sich Miso oder Sojasoße, die aus fermentierten Sojabohnen und Getreide hergestellt werden. 

Sojaflocken können im Müsli verzehrt werden, sind aber auch als Zutat für Bratlinge, Süßspeisen oder Suppen geeignet. Außerdem können Sojaflocken genauso wie Sojamehl zum Backen verwendet werden. Sojamehl ist glutenfrei und eignet sich deshalb besonders gut zum glutenfreien Kochen und Backen und kann bis zu 20% des Getreides ersetzen. Darüber hinaus eignet sich Sojamehl als veganer Ei-Ersatz. 1 Esslöffel Sojamehl mit 2 Esslöffel Wasser entsprechen einem Ei, allerdings nicht in lockerem Gebäck wie zum Beispiel Biskuit-Teig. 

Gut zu wissen:

  • Sojabohnen stammen ursprünglich aus China und Japan, wo sie seit Jahrtausenden als Nahrungsmittel angebaut und verzehrt werden.
  • Über 80% des weltweiten Sojaanbaus wird für die Nutztierhaltung eingesetzt.
  • Soja hat eine große Bedeutung für die ökologische Landwirtschaft, da sie Stickstoff aus der Luft bindet und an den Boden abgibt.
  • Soja gehört zu den acht häufigsten Lebensmittelallergenen in Europa und den USA.
  • Soja ist ein nachwachsender Rohstoff, der fossile Ressourcen ersetzen kann.
  • In Japan gibt es einen nationalen Feiertag für die Sojabohne (Kin uno Sekku) am 8. Oktober.

Soja findest du im Sortiment der Spielberger Mühle als Flocken und Mahlerzeugnisse.
Hier klicken und in unserem Online-Shop entdecken.

 

Download als PDF:
Soja soja.pdf Herunterladen