Hirse

Kaum ein Getreide ist ähnlich vielfältig und weltweit so verbreitet wie Hirse. In vielen Gebieten Afrikas und Asiens stellt sie noch heute die Hauptnahrungsquelle dar. Und das nicht ohne Grund, denn Hirse gehört zu den nahrhaftesten Getreiden und liefert viele wertvolle Nährstoffe, besondere Spurenelemente sowie schützende Antioxidantien. Seit dem 21. Jahrhundert erlebt die Hirse in Europa ein Comeback und ist immer öfter auf dem Teller gesundheitsbewusster Menschen zu finden.

Hirse

Anbau und Herkunft

Viele der zahlreichen Hirsearten wurden bereits vor rund 6000 Jahren angebaut. Sowohl in Afrika als auch in Asien und in Mitteleuropa kultivierten die Menschen dieses gesunde Getreide. Für die unterschiedlichen Bedingungen in den jeweiligen Herkunftsländern gibt es jeweils eigene gut angepasste Sorten. Hirse ist sehr wärmeliebend. Am besten gedeiht sie, wenn sie während der Vegetationszeit drei Monate ununterbrochen Sonne genießen kann. Da die Pflanze anspruchslos ist, gut mit Wassermangel zurechtkommt und eine kurze Vegetationszeit von rund 100 Tagen aufweist, spielt sie in vielen Teilen Afrikas und Asiens eine wichtige Rolle. Mehr als 90 Prozent der Welternte wird dort produziert. Regional gesehen findet die Hirse ideale Bedingungen im östlichen Österreich. Deshalb beziehen wir unsere Hirse von dort. 

Sorten

Bei Hirse handelt es sich nicht um eine einzige Pflanzenart, sondern um eine Sammelbezeichnung für 10-12 verschiedene kleinfrüchtige Spelzgetreide-Gattungen. Durch die weite Verbreitung der Hirse gibt es eine breite Vielfalt an Hirsesorten. Weltweit soll es rund 600 Sorten geben. Neben der Kolbenhirse, die wir als Vogelfutter kennen, gibt es verschiedene Rispenhirsearten, die für unsere Ernährung verwendet werden. 
In Mitteleuropa besonders weit verbreitet ist eine Hirseart mit größeren Körnern, die geschält als so genannte Goldhirse verwendet wird. Sie hat einen leicht nussigen Geschmack und ist in der Vollwertküche sehr beliebt, denn sie enthält viele wertvolle Inhaltsstoffe und ist leicht verdaulich. 
Vollwertküche sehr beliebt, denn sie enthält viele wertvolle Inhaltsstoffe und ist leicht verdaulich. 
Eine spezielle Hirsesorte aus dem afrikanischen Raum ist Teff, auch Zwerghirse genannt, die besonders kleine Körner besitzt und als das  kleinste Getreide der Welt gilt. Es hat seine Heimat in Äthiopien und Eritrea, wächst aber auch in anderen tropischen und subtropischen Regionen. Wir beziehen unseren Teff von Anbaupartnern in Spanien. Da die Teffkörner so klein sind, können sie nicht geschält werden und gelten deshalb als vollwertig. Ebenfalls kleinere Körner besitzt die Braunhirse. Sie gilt als besonders wertvolles Getreide. Braunhirse hat eine rötlichbraune äußere Schale, die im Vergleich zu Goldhirseprodukten nicht abgeschält wird, da der Mehlkörper und die Schale fest miteinander verbunden sind. Alle Inhaltsstoffe dieser Schale und des vollen Korns bleiben daher erhalten. Der Spelz der Hirse ist für den Menschen aber unverdaulich, weshalb Braunhirse meist in Form von feinem Mehl angeboten wird. Durch ein spezielles Mahlverfahren wird der Spelz so fein zerkleinert, dass er verdaut werden kann. Da die Hirse zu den Spelzgetreiden gehört, muss sie vor dem Verzehr von den Spelzen befreit werden. Deshalb gilt die Hirse nicht mehr als Vollkornprodukt. Der größte Teil der Nährstoffe bleibt allerdings erhalten, da bei der Hirse die Nährstoffe im gesamten Hirsekorn verteilt sind und nicht wie bei anderen Getreidearten überwiegend in den Randschichten. 

Verwendung

In vielen Regionen, zum Beispiel in Afrika, stellt Hirse ein Grundnahrungsmittel dar. Die Hirse kann sehr einfach und mit wenig Aufwand zubereitet werden und ist ein Alleskönner in der Küche. Aufgrund ihres aromatischen, nussigen Geschmacks kann die Hirse mit Gemüse und Obst wunderbar kombiniert werden. Hirse kann als ganzes Korn ähnlich wie Reis gekocht und süß oder salzig zubereitet werden. Beliebte Gerichte sind zum Beispiel Hirsotto (ähnlich dem Risotto mit Gemüse gekocht), Gemüsecurry oder süßer Hirsebrei. Hirse schmeckt aber auch gut in einem bunten Salat oder einer Suppe sowie als Füllung für Gemüse wie Paprika oder Zucchini oder in einem herzhaften Auflauf. 
Hirsegrieß und Hirseflocken erweitern die Zubereitungsmöglichkeiten, Hirsegrieß entsteht bei der Vermahlung der Hirse und wird abgesiebt. Der aromatische Hirsegrieß eignet sich sowohl für die Zubereitung von süßem Grießbrei oder Hirsegrieß-Flammeri wie auch von herzhaften Grießgerichten. Außerdem kann Hirsemehl zum Backen verwendet werden, zum Beispiel um Fladenbrote oder Pfannkuchen herzustellen. Wer Brot oder Kuchen backen möchte, sollte das Hirsemehl mit einem glutenhaltigen Mehl mischen. 

Gut zu wissen:

  • Hirse gilt als das mineralstoffreichste Getreide. 
  • Die kleinen Körnchen der Hirse sind leicht zu verdauen. 
  • Um die Bitterstoffe zu reduzieren wäscht man die Hirse am besten vor dem Kochen kurz unter fließend warmem Wasser ab.
  • Hirse enthält kein Gluten und ist deshalb auch für Menschen mit Glutenunverträglichkeit gut geeignet.
  • Anhand der Färbung eines Hirsekorns kann man schon einiges über dessen Inhaltstoffe erfahren.
  • Die Hirse wurde früher als Symbol für Fleiß und Fruchtbarkeit angesehen. Daraus entwickelte sich ein Brauch, die Braut mit Hirsekörnern zu bewerfen.
  • Hirse ist ein Spelzgetreide und muss deshalb vor dem Verzehr von den Spelzen befreit werden. 

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