Was ist Rohkost überhaupt?
Von Rohkost spricht man, wenn die Nahrung weitgehend oder ausschließlich unerhitzte pflanzliche (teilweise auch tierische) Lebensmittel enthält. Dabei werden auch Lebensmittel mit einbezogen, die verfahrensbedingt erhöhten Temperaturen ausgesetzt sind (z.B. kaltgeschleuderter Honig oder kaltgepresste Öle), ebenso Lebensmittel, bei deren Herstellung eine gewisse Hitzezufuhr erforderlich ist (z.B. Trockenfrüchte). Als „erhitzt“ gelten allgemein Lebensmittel, die eine Temperatur von 42°C überschritten haben.
Vorteile und Risiken der Rohkosternährung
Rohkost hat den Vorteil, dass die Nahrungsmittel nicht hoch erhitzt werden und somit keine wichtigen Inhaltsstoffe verlieren. Denn viele Nährstoffe werden beim Erhitzen chemisch oder physikalisch verändert und verlieren dadurch ihre ursprüngliche Struktur und Funktion. Vitamine wie Vitamin C oder die B-Vitamine werden durch Hitze zerstört und auch Enzyme oder sekundäre Pflanzenstoffe werden inaktiviert. Die Vielzahl an Vitaminen, Mineralstoffen, Enzymen und sekundären Pflanzenstoffen die in rohen Lebensmitteln erhalten bleiben haben positive Effekte auf die Gesundheit. Sie können das Immunsystem stärken, die Verdauung fördern und den Cholesterinspiegel senken. Aber auch die Verbesserung des Hautbildes, die Entgiftung des Körpers, die Steigerung der Energie und die Vorbeugung von Krankheiten können Vorteile der Rohkost-Ernährung sein. Zusätzlich kann der hohe Ballaststoffgehalt die Darmfunktion verbessern und die Verdauung in Schwung bringen. Die Ballaststoffe von Obst und Gemüse sorgen auch für eine länger anhaltende Sättigung. Ein höheres Sättigungsgefühl hilft dabei das Gewicht zu halten oder zu reduzieren.
Rohkost kann sehr gesund sein, ist aber nicht für jeden empfehlenswert. Es gibt einige Risiken die beachtet werden müssen. Ballaststoffe aus Obst und Gemüse werden erst spät durch die Darmbakterien im unteren Darmabschnitt verdaut, wodurch Gase freigesetzt werden. Diese Gase können bei empfindlichen Personen zu Blähungen führen. Außerdem kann es durch eine rein pflanzliche Rohkost zu einem Mangel an Vitamin B12, Eisen, Zink, Jod oder Kalzium kommen, da einige Nährstoffe in rohen Lebensmitteln nicht ausreichend vorhanden oder verfügbar sind. Im Gegensatz zu erhitzten Lebensmitteln, werden schädliche Mikroorganismen bei rohen Lebensmitteln nicht abgetötet. Deshalb können rohes Obst und Gemüse mit Bakterien, aber auch mit Pestiziden und Schwermetallen belastet sein. Darüber hinaus sind einige Lebensmittel roh sehr schwer verdaulich oder sogar giftig, wie zum Beispiel Kartoffeln, Bohnen oder Holunderbeeren. Diese Lebensmittel sollten unbedingt gekocht verzehrt werden.
Unerhitztes Getreide
Getreide spielt meist eine untergeordnete Rolle in der Rohkosternährung, da es roh meist nicht schmackhaft und gut verdaulich ist. Außerdem kann es zu Blähungen führen, weil die Kohlenhydrate aus dem Getreide erst spät im Dickdarm verdaut werden. Um Getreide in die Rohkosternährung mit einzubeziehen gibt es einige Möglichkeiten wie zum Beispiel die Herstellung von Frischkornbrei. Dabei wird das Getreide frisch gemahlen oder geschrotet und mit Wasser oder Pflanzenmilch eingeweicht. Rohe Getreidekörner können auch eingeweicht und zum Keimen gebracht werden. Die Keimlinge enthalten mehr Vitamine, Enzyme und Proteine als das ursprüngliche Korn und sind leichter verdaulich.
Fazit
Die Rohkosternährung hat viele gesundheitliche Vorteile, aber birgt auch Risiken die beachtet werden müssen. Neben den gesundheitlichen Vorteilen entscheiden sich viele Menschen auch aus ethischen oder ökologischen Gründen für Rohkost, da sie tierische Produkte vermeiden oder den ökologischen Fußabdruck reduzieren möchten.
Um eine ausgewogene und gesunde Rohkost Ernährung zu praktizieren, sollte man sich gut informieren, langsam umstellen und abwechslungsreich essen. Eine reine Rohkost Ernährung ist nicht für jeden geeignet und sollte nur unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt.
Produkte in Rohkostqualität im Sortiment der Spielberger Mühle
Alle Produkte aus dem Getreide-Ganzkorn-Sortiment der Spielberger Mühle werden nicht erhitzt. Die Einzige Ausnahme ist Hafer, der gedarrt werden muss, um den unverdaulichen Spelz zu entfernen. Nackthafer dagegen besitzt ebenfalls Rohkostqualität. Anders sieht das bei den Getreideflocken aus: Sie werden alle vor dem Flockieren in heißem Wasserdampf geschmeidig gemacht. Dabei wird das Korn auf über 45°C erwärmt.
Gut zu wissen:
- Diese Ernährungsweise hat eine lange Geschichte. Schon in der Antike gab es Anhänger der Rohkost.
- Die Rohkosternährung ist vielfältig und kreativ. Es gibt nicht nur Obst und Salat, sondern auch rohe Suppen, Smoothies, Säfte, rohe Kuchen oder Torten aus Nüssen und Datteln etc.
- Die Rohkosternährung kann zu einer Veränderung des Geschmacks- und Geruchssinns führen.
- Auch tierische Lebensmittel können in der Rohkosternährung enthalten sein, solange sie nicht erhitzt wurden.
- Die Rohkosternährung ist nicht für jeden geeignet und sollte individuell angepasst werden.
- Vor allem Kinder, Stillende und Schwangere sollten auf diese Ernährungsweise verzichten.